Fehlersuche in Kupferdatenverkabelungen
Installateure von Verkabelungssystemen benötigen heute mehr denn je Kenntnisse über die Fehlersuche und Diagnose in Hochleistungs-Verkabelungen. Strukturierte Verkabelungssysteme haben sich seit der Veröffentlichung der Kabelstandards ISO/IEC 11801 und EN 50173 im Jahre 1995 grundlegend geändert. In den überarbeiteten und aktualisierten Standards werden heute nicht mehr nur Kat. 5-Verkabelungssysteme, sondern auch Kat. 6 oder Kat. 7 – Installationen unterstützt.
Erweiterte Diagnose - wozu?
Die heutigen Hochleistungs-Verkabelungen müssen vor Ort getestet und zertifiziert werden - mit neuen Testparametern, neuen Link-Definitionen, zusätzlichen Messpunkten, höheren Bandbreiten, engeren Toleranzen, neuen Anschlusstypen und neuen Anforderungen an Patchkabel.
Entsprechend wichtiger ist es geworden, schon bei der Installation auf Konformität der Komponenten und ein handwerklich einwandfreies Vorgehen zu achten. Dazu zählt z.B., dass die Verdrillung der einzelnen Adernpaare nicht weiter als 13 mm geöffnet wird, oder dass die Paarabschirmung so weit wie möglich erhalten bleibt! Mit wachsender Komplexität der Verkabelungssysteme wird auch die Ermittlung der Fehlerursache und schnelle Wiederherstellung der Leistung zu einer immer anspruchsvolleren Aufgabe.
Häufig vorkommende Fehler sind:
- Nahnebensprechen (NEXT): Der NEXT-Test misst Nebensprechen von einem Übertragungspaar zu einem angrenzenden Paar in derselben Kabelhülle
- Rückflussdämpfung (Return Loss, RL): Ähnlich der Dämpfung verursacht übermäßige Rückflussdämpfung eine Reduzierung der Signalstärke am Empfangsende und lässt auf eine ungleiche Impedanz in einem Abschnitt des Kabelverlaufs schließen
- Dämpfung: Sie verursacht einen Signalstärkeverlust in einem Kabel. Der Verlust erhöht sich mit der Kabellänge, Signalfrequenz und Temperatur
Trotz einer guten Ausstattung und einer sorgfältigen Installation wird es beim Testen von Verkabelungen der Kategorien 5, 6 und 7 immer wieder zu nicht bestandenen Ergebnissen kommen. Wenn Sie mit typischen Fehlern vertraut sind, können Sie Stillstandzeiten im Netzwerk deutlich reduzieren und Dienste schnell wieder verfügbar machen. Es ist ein relativ geringer Aufwand, sich mit den Funktionen Ihres Testers vertraut zu machen, der sich für Sie um ein Vielfaches auszahlen wird.
Ausführliche Informationen zum Thema und eine Übersicht häufig vorkommender Fehler und deren Ursachen finden sie im Sonepar Report Nr. 50.
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