Auswahlkriterien für Glasfaserkabel

Neue Übertragungsstandards wie Gigabit-Ethernet und 10 Gigabit-Ethernet stellen, aufgrund der hohen Übertragungsraten, besondere Anforderungen an die Glasfaserkabel.

Bei der Auswahl der richtigen Glasfaserkabel muss ein besonderes Augenmerk auf die Auswahl der geeigneten Fasertype gelegt werden. Die standard Multimodefasern, die bisher in den Installationen eingesetzt wurden, unterstützen bei Anwendungen wie z.B. 10 Gigabit Ethernet nur noch Leitungslängen von ca. 80 m. Bei längeren Installationsstrecken müssen nun neue, für Laseranregung optimierte Fasertypen, zum Einsatz kommen. In der neuen Verkabelungsnorm DIN EN 50173, 2. Ausgabe werden nun auch für Glasfasern Kategorien eingeführt, ähnlich wie bei den Kupferkabeln.

Die Multimodefasern mit 62,5er Faserkern (OM 1) unterstützen die Gigabit-Anwendungen nur noch sehr eingeschränkt und sollten bei Neuinstallationen nicht mehr eingesetzt werden.

Auch bei der verwendeten Übertragungstechnik in den aktiven Ethernet-Geräten sind für Gigabit-Anwendungen neue Techniken erforderlich. Bei Ethernet-Geräten bis 100 Mbps werden LED´s mit Vollanregung der Faser eingesetzt. Für höhere Übertragungsraten wie 1 Gigabit oder 10 Gigabit sind LED´s nicht geeignet, hier werden VCSEL-Laser bei 850 nm oder konventionelle Laser bei 1300 nm eingesetzt.

Aderaufbau

Die primärbeschichtete Faser wird, zur Erhöhung der mechanischen Belastbarkeit, mit einer weiteren Kunststoffumhüllung, dem sogenannten Sekundärcoating, ummantelt. Diese Konstruktion wird dann als Ader (Buffer) bezeichnet. Es werden drei Adertypen unterschieden.
Bei der Vollader ist das Sekundärcoating direkt auf das Primärcoating aufgebracht. Die Adern sind dadurch sehr flexibel bei hoher mechanischer Festigkeit und können mit kleinen Biegeradien verlegt werden. Die Vollader eignet sich besonders gut für die direkte Steckermontage (kleben und crimpen). Da Sie nur in kurzen Stücken (ca. 10 mm) abgesetzt werden kann, ist sie für Spleißarbeiten nicht geeignet.

Bei der Kompaktader (Semilose-Vollader) ist das Sekundärcoating vom Primärcoating durch eine dünne Gelschicht getrennt. Dadurch ist das Sekundärcoating leicht absetzbar. Die Kompaktader eignet sich besonders gut zur Montage von Klebesteckern und für Spleißarbeiten, zur Montage von Crimpsteckern ist diese Adertype nur bedingt geeignet.

Bei der Bündelader werden bis zu 24 Fasern in einer gemeinsamen Hülle geführt. Durch die Bewegungsfreiheit der Fasern in der Hülle wird eine Entkopplung von Querkräften erreicht, wodurch Belastungen der Fasern aufgrund von Temperaturschwankungen oder Biegungen vermieden werden. Die Bündelader ist mit Gel gefüllt, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden (Längswasserdicht). Kabel mit dieser Adertype werden bevorzugt im Außenbereich eingesetzt und sind besonders gut für Spleißarbeiten geeignet.


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