Kommunikationsverkabelung in Wohnungen
Tyco ACO Einsatz Triple play
Die schnelle Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik stellt immer neue Anforderungen an eine Kommunikationsverkabelung in Wohnungen. Eine zeitgemäße Elektroinstallation in einem modernen Wohngebäude bietet mehr als nur eine Antennendose im Wohnzimmer und einen Telefonanschluss im Flur. Der Nutzer einer Immobilie, ob Mieter oder Eigentümer, erwartet heute, dass er in allen Räumen einen Zugang zum Internet findet. Dies wird besonders wichtig, da sich eine Entwicklung abzeichnet, die Sprach-, Daten- und Fernsehdienste über ein Zugangsnetz anbietet. Die Bezeichnung dafür lautet „Triple Play“.
Die Grundvoraussetzung für das einheitliche Übertragungssystem auf Basis des TCP/IP-Netzwerkprotokolls ist eine flächendeckende Verfügbarkeit von schnellen DSL-Anschlüssen. Die Bundesregierung will bis Ende 2010 die nicht versorgten Gebiete mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen abdecken.
Außerdem sieht das Konjunkturpaket vor: Bis 2014 sollen dreiviertel und bis 2018 alle Haushalte einen 50 Megabit-Anschluss bekommen.
| xDSL-Anschluss | Übertragungsgeschwindigkeit |
|---|---|
| ADSL | bis 6 Mbit/s |
| ADSL2+ | bis 25 Mbit/s |
| VDSL | bis 52 Mbit/s |
| VDSL2 | bis 100 Mbit/s |
Chance für das Elektrohandwerk
Schätzungen zufolge waren Anfang 2008 erst 1 % der Haushalte strukturiert verkabelt. Das macht deutlich, welches enorme Potenzial hier noch erschlossen werden kann. Auch in den Verkabelungsnormen wird dieser Anwendungsbereich nun berücksichtigt. Im Dezember 2007 wurde eine spezielle Norm DIN EN 50173-4 mit dem Titel „Informationstechnik – Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen Teil 4: Wohnungen“ veröffentlicht. Diese Norm beschreibt anwendungsneutrale Verkabelungen für Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser.
Die Norm beschreibt drei Anwendungsbereiche:
- Informations- und Kommunikationstechnik (IuK)
- Rundfunk- und Kommunikationstechnik (RuK)
- Steuerung, Regelung und Kommunikation in Gebäuden (SRKG)
Struktur des Verkabelungssystems
Die Verkabelung basiert auf einer sternförmigen Struktur, ausgehend von einem zentralen Wohnungsverteiler (WV). Die Anzahl und die Verteilung der Anschlussdosen hängt von der Größe und der Funktion der Räume ab. Grundsätzlich sollen Räume mit einem informationstechnischen Anschluss (TA) und einem Rundfunkanschluss (RA) je 3,75 m Raumumfang versorgt werden. Darüber hinaus ist auch ein informationstechnischer Mehrdienstanschluss (TARA) definiert. Die Anschlussdosen sollten gleichmäßig entlang des Raumumfangs verteilt werden.
IuK-Anschluss (TA): Je RJ45-Buchse ein 4-paariges, symmetrisches Kabel mit einer Übertragungsstreckenlänge bis max. 100 m (Empfehlung: Kat. 6-Anschlussdose 2 x RJ45 und Kat. 7-Installationskabel).
RuK-Anschluss (RA): Bei Verwendung von Koaxialkabeln (RuK-K) ist eine maximale Länge von 100 m möglich (75 Ohm-Kabel, 3 GHz). Bei Verwendung von symmetrischen Kabeln (RuK-S) ist eine maximale Länge von 50 m möglich (Empfehlung: Kat. 7-Anschlussdose z. B. Tera und 1 GHz Multimediakabel, Kat. 7A).
Fazit
Eine strukturierte Gebäudeverkabelung bietet ein Höchstmaß an Flexibilität bezüglich der Nutzung von Multimediadiensten in allen Räumen. Die Elektroinstallateure sollten sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Das Potential ist groß. Berücksichtigen Sie bei der Planung und Beratung die strukturierte Kommunikationsverkabelung bei Renovierung und Neubau.
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